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Burnout und Erschöpfung verstehen: Symptome, Entwicklung und Wege zurück in die Balance

 

Fragst du dich, ab wann Erschöpfung ein Anzeichen für Burnout sein könnte? So einfach lässt sich diese Frage gar nicht beantworten. Denn Erschöpfung kann viele Ursachen haben und bedeutet nicht automatisch, dass sich ein Burnout entwickelt.

In diesem Artikel findest du deshalb keine einfache Antwort darauf, wo genau die Grenze zwischen «erschöpft» und «Burnout» liegt. Ich möchte dir vielmehr zeigen, was mit Burnout eigentlich gemeint ist, welche Anzeichen dazugehören und wie sich ein Burnout entwickeln kann. Vielleicht hilft dir das, deine eigene Situation etwas besser einzuordnen – und zu erkennen, was du verändern kannst, wenn deine Kräfte langsam weniger werden.


Burnout als Muster von Symptomen

Burnout wird als Syndrom verstanden, das durch chronischen Stress am Arbeitsplatz entstehen kann, wenn dieser nicht erfolgreich bewältigt wurde. Ein Syndrom ist dabei nicht dasselbe wie eine Krankheit. Der Begriff beschreibt vielmehr ein bestimmtes Muster von Symptomen und Anzeichen.

Die WHO beschreibt Burnout im ICD-11, dem internationalen Klassifikationssystem, anhand von drei zentralen Bereichen:

  • Gefühle von Energieverlust oder Erschöpfung

  • zunehmende mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus beziehungsweise Zynismus gegenüber dem eigenen Beruf

  • eine reduzierte berufliche Leistungsfähigkeit

Erschöpfung ist damit eine von drei zentralen Dimensionen von Burnout. Sie kann bereits früh in der Entwicklung eines Burnouts auftreten. Gleichzeitig bedeutet Erschöpfung allein noch nicht, dass ein Burnout vorliegt.

Es gibt verschiedene Modelle, die beschreiben, wie sich ein Burnout entwickeln kann. Um dir eine Vorstellung davon zu geben, wie ein solcher Prozess aussehen kann, fasse ich im Folgenden die sieben Phasen aus Matthias Buirschs Buch «Das Burnout-Syndrom» zusammen:


Entwicklung von Erschöpfung zu Burnout: Die 7 Phasen

1. Warnsymptome der Anfangsphase – „Ich gebe noch mehr“

Am Anfang steht häufig ein sehr hohes Engagement. Die eigene Arbeit ist wichtig, man ist motiviert und investiert viel Energie. Ein Ungleichgewicht kann entstehen, wenn wir viel Energie investieren, aber wenig Erfolg, Anerkennung oder das Gefühl erleben, unseren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Statt die Belastung zu reduzieren, wird häufig noch mehr geleistet. Erste Anzeichen können Müdigkeit, Schlafprobleme und Energiemangel sein. 


2. Reduziertes Engagement – „Es ist mir eigentlich egal“

Mit zunehmender Erschöpfung verändert sich die innere Haltung zur Arbeit. Was zunächst mit Begeisterung und Engagement verbunden war, wird zunehmend als belastend oder frustrierend erlebt. Interesse und Empathie können abnehmen, und es entsteht eine innere Distanz. Diese Veränderung kann sich auch auf andere Lebensbereiche ausweiten: Man zieht sich zurück und hat weniger Energie für Beziehungen und Aktivitäten.


3. Emotionale Reaktionen – „Wer ist schuld?“

Wenn die eigenen Ziele trotz grossem Einsatz nicht erreicht werden, können starke emotionale Reaktionen entstehen. Manche Menschen richten die Schuld zunehmend gegen sich selbst und erleben Versagen oder Niedergeschlagenheit. Andere reagieren mit Ärger, Gereiztheit oder Frustration gegenüber anderen. Auch Pessimismus, Konflikte und eine zunehmend negative Sicht auf die eigene Situation können auftreten.


4. Abbau – „Ich kann nicht mehr wie früher“

Mit fortschreitender Erschöpfung nehmen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit ab. Aufgaben, die früher gut bewältigt wurden, fallen zunehmend schwerer. Konzentration und Kreativität lassen nach, Fehler häufen sich und Termine können vergessen werden. Gleichzeitig wird häufig nur noch das Notwendigste erledigt. Nach aussen funktioniert der Alltag vielleicht weiterhin, innerlich stehen jedoch immer weniger Energie und Handlungsspielraum zur Verfügung.


5. Verflachung – „Immer weniger erreicht mich“

Die Veränderung betrifft nun nicht mehr nur die Arbeit. Auch das emotionale, soziale und geistige Erleben kann flacher werden. Interesse und Aufmerksamkeit für andere Menschen nehmen ab, Beziehungen können darunter leiden und Rückzug und Isolation verstärken sich.


6. Psychosomatische Reaktionen – «Wie zeigt sich Burnout im Körper?»

Körperliche Beschwerden können während des gesamten Burnout-Prozesses auftreten und sind nicht erst für eine späte Phase typisch. Dazu gehören neben dem Gefühl von Erschöpfung und Energielosigkeit beispielsweise:

- erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

- Schlafstörungen

 - Muskelverspannungen,

- Engegefühl in der Brust

- Atembeschwerden

- Rückenschmerzen

- Kopfschmerzen

- Verdauungsstörungen

- Übelkeit

- Magen-Darm-Beschwerden

- Veränderte Essgewohnheiten

Dabei ist wichtig: Solche körperlichen Beschwerden sind nicht spezifisch für Burnout. Sie können viele verschiedene Ursachen haben und sollten deshalb nicht automatisch als Folge einer psychischen Belastung interpretiert werden.


7. Verzweiflung – „Es gibt keinen Ausweg mehr“

In einer sehr weit fortgeschrittenen Entwicklung kann das Gefühl entstehen, dass sich die eigene Situation nicht mehr verändern lässt. Hoffnung und Zuversicht nehmen stark ab, und das eigene Leben kann als sinnlos erlebt werden. In schweren Fällen können auch Suizidgedanken auftreten. Solche Gedanken sind ein ernstes Warnsignal und sollten unbedingt Anlass sein, unmittelbar professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Eine solche Situation muss nicht und sollte nicht allein bewältigt werden.


Das Erleben von Burnout ist individuell

Das Modell der sieben Phasen kann dabei helfen, typische Veränderungen im Verlauf einer zunehmenden beruflichen Überlastung zu verstehen. Es sollte jedoch nicht als Checkliste verstanden werden. Nicht jeder Mensch der ein Burnout entwickelt erlebt diese Phasen, und sie müssen weder in dieser Reihenfolge noch in gleicher Ausprägung auftreten. Ausserdem können die beschriebenen Beschwerden auch bei anderen psychischen oder körperlichen Belastungen auftreten.


Erschöpfung kann organische Ursachen haben

Wenn Erschöpfung über längere Zeit anhält, deutlich zunimmt oder von weiteren Beschwerden begleitet wird, ist es sinnvoll, sie auch medizinisch abklären zu lassen. Eine solche Abklärung kann helfen, körperliche Ursachen zu erkennen oder auszuschliessen.


Wege zurück in deine Balance

Es gibt viele Möglichkeiten, dich selbst zu unterstützen, wenn du merkst, dass deine Kräfte weniger werden. Vielleicht hast du selbst auch schon einiges ausprobiert und hilfreiche Strategien gefunden. Pausen, ausreichend Schlaf und Momente der Stille können dabei wichtige Bausteine sein. Am Ende des Artikels findest du dazu konkrete Anregungen für deinen Alltag.

Doch was passiert bei dir während du dies liest? Bist du vielleicht frustriert, weil du schon alles ausprobiert hast und trotzdem keine wirkliche Veränderung spürst? Oder setzt dich der Gedanke an die Selbstfürsorge sogar zusätzlich unter Druck, weil du das Gefühl hast, auch dabei noch etwas leisten zu müssen?


Manchmal ist es ein wichtiger Schritt, sich selbst einzugeben: Ich bin erschöpft. Und ich muss da nicht alleine durch. Unterstützung zu brauchen ist kein Zeichen von Schwäche. Wir alle kommen im Leben immer wieder an Punkte, an denen wir etwas nicht alleine tragen oder verändern können.


Wie kann Komplementärtherapie in Winterthur dich unterstützen?

In meiner Praxis begleite ich dich mit Shiatsu und Craniosacraltherapie. Wir nehmen uns Zeit für dein Anliegen und schauen gemeinsam, was dich im Moment unterstützen kann. Die achtsame Körperarbeit kann dabei nicht nur helfen, deinen Körper mehr wahrzunehmen und deine Bedürfnisse zu erkennen. Sie kann auch ganz konkret dazu beitragen, körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen oder Magen-Darm-Beschwerden zu lindern und dem Körper Raum für Erholung und Regeneration zu geben. So entsteht die Möglichkeit, wieder mehr bei dir anzukommen und neue Spielräume für deinen weiteren Weg zu entdecken.


Möchtest du mehr über meinte therapeutische Begleitung erfahren?


 

 

Umsetzungsideen für mehr Erholung im Alltag:


  • Pausen-Management: Plane feste, kurze Pausen (5–10 Minuten) alle 90 Minuten ein, bevor die totale Erschöpfung einsetzt. Nutze diese für Micro-Pausen ohne Bildschirm (z. B. Dehnen, kurzes Lüften und bewusstes tiefes Atmen)

  • Schlafhygiene: Gehe stets zur gleichen Zeit ins Bett und schalte alle Smartphones und Monitore mindestens 60 Minuten vor dem Schlafen aus, um die natürliche Melatoninausschüttung nicht zu blockieren.

  • Radikale Reizreduktion: Gönne dir täglich mindestens 30 Minuten bewusste Stille – ohne Musik, Podcasts, Fernsehen oder soziale Medien, um das überreizte Nervensystem zu entlasten.


Weiterführende Informationen:


Nicht jede Erschöpfung ist Burnout: Erfahre mehr über dein Nervensystem



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